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Donnerstag, 17. Februar 2011

Sea Shepherd zwingt Japan zu Walfangstopp

EIN GROßES DANKESCHÖN AN DIE SEA-SHEPHERD-CREW FÜR IHRE GROßARTIGE ARBEIT, WELCHE NUN EINEN KLASSE ERFOLG FEIERN KÖNNEN! GEBT NIEMALS AUF - WEITER SO!

Quelle: Spiegel-Online


Artenschutz-Erfolg - Aktivisten zwingen Japan zu Walfangstopp
Von Frank Patalong

Aggressive Umweltschützer haben Japans Walfang-Lobby eine beispiellose Niederlage zugefügt. Mitten in der Saison macht die Walfangflotte kehrt und stoppt ihren Einsatz. Die Aktivisten von Sea Shepherd hatten sich ein Rennen mit den Jägern geliefert und den Fang unmöglich gemacht.

Wegen wiederholter "Übergriffe" durch die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hat Japan seinen umstrittenen Walfang vorerst beendet. Tatsuya Nakaoku, ein Sprecher der japanischen Fischereibehörde, erklärte am Mittwoch, dass Japan den eigentlichen Fang schon seit dem 10. Februar eingestellt habe, weil es zu andauernden "gewalttätigen Unterbrechungen" durch die Walschützer gekommen sei.

Deren Schiffe hatten die japanische Walfangflotte seit deren Auslaufen im Dezember 2010 kontinuierlich behindert. Mit drei Schiffen, der "Bob Barker", der "Steve Irwin" und der "Gojira", war es den Walschützern gelungen, das Gros der Walfangflotte, die in diesem Winter eigentlich 945 Wale zu "Forschungszwecken" töten sollte, zu binden.

Zwei der drei japanischen Harpunenboote wurden so eng beschattet, dass sie nicht zum Fang kamen. In einem Fall gelang es den Aktivisten, ein Seil in die Schraubenwelle eines Fangbootes zu bekommen, das Harpunenboot war danach nur noch eingeschränkt manövrierfähig. Nachdem es die Aktivisten auch noch schafften, das Wiederauftanken der Walfänger deutlich zu verzögern, versuchte sich das Fabrikschiff Nisshin Maru nach Osten abzusetzen.

Am Freitag letzter Woche verließ die "Nisshin Maru" dabei das japanische Walfanggebiet und steuerte auf die Südspitze von Südamerika zu - aus japanischer Perspektive ein Ausbruchsversuch, aus der Sicht von Sea Shepherd eine Treibjagd. Inzwischen, meldet Sea Shepherd, bewege sich die "Nisshin Maru" rund 2000 Seemeilen außerhalb ihres Fanggebietes in chilenisch kontrollierten Gewässern, aber noch außerhalb chilenischen Seegebietes. Offenbar hatte die Walflotte versucht, die Sea-Sherpherd-Boote durch ihre größere Reichweite abzuhängen. Das Kalkül, den Walschützern könnte der Treibstoff ausgehen, ging jedoch nicht auf.

Inzwischen wird die "Nisshin Maru" von der chilenischen Marine überwacht: Chile verbietet in seinen Gewässern nicht nur den Walfang, sondern auch den Transport von Walteilen.


Sea Shepherd: Naturschützer unter Piratenflagge

Für Sea Shepherd bedeutet der vorzeitige Abbruch des diesjährigen Walfangs der Japaner den bisher größten Erfolg. Die 1977 gegründete Organisation macht mit ihren spektakulären Aktionen immer wieder Schlagzeilen: Sie gilt als eine der aktivsten, aber auch als die kompromissloseste unter den Walschutzorganisationen, vielen Kritikern gelten die Aktivisten als Radikale. Beide Seiten beschuldigten sich in den letzten Jahren zunehmend ruppiger Methoden.

Dokumentiert sind etliche Zusammenstöße, weltweite Schlagzeilen machte im Januar 2010 die Versenkung des Sea-Shepherd-Bootes "Ady Gil", das in zwei Teile zerbrach, nachdem es von einem Harpunenboot gerammt wurde. Eine neuseeländische Untersuchungskommission befand später, dass die Schuld dafür bei beiden Parteien zu suchen sei: Aktivisten wie Walfänger hätten die Kollision in Kauf genommen.

Der Kapitän des Bootes, Peter Bethune, wurde einige Tage nach dem Sinken der "Ady Gil" festgesetzt und verhaftet, als er das Harpunenboot von einem Jetski aus enterte. Nach Aussage der Aktivisten habe er nur versucht, den angeblichen Verursachern des Schadens eine Rechnung zu überbringen. Wegen gewalttätigen Angriffs, Vandalismus und anderen Vergehen verurteilte ihn ein japanisches Gericht später zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.


Der "schwarze Block" der Meere

Die amerikanische Organisation, deren Schiffe unter anderem unter niederländischer und australischer Flagge fahren, verfolgt eine deutlich härtere Linie als etwa Greenpeace, aus deren Umfeld einige der Gründungsmitglieder stammen. Gegner der durch Spenden finanzierten Organisation werfen ihr eine Form des Ökoterrorismus vor.

Sea Sheperd selbst segelt unter einer Art Piratenflagge und nimmt für sich in Anspruch, Polizeiaufgaben auf hoher See auszuführen. Das geht hin bis zur Versenkung illegal operierender Walfänger. Zehn solche Harpunenboote will die Organisation seit 1979 versenkt haben.

Gegenüber Menschen agiert die Organisation dabei nach eigenem Anspruch gewaltlos, Verletzungen gibt es trotzdem immer wieder auf beiden Seiten. Zu den regelmäßig eingesetzten Mitteln, Arbeitsabläufe zu stören, gehören Fahrtbehinderungen und Rammaktionen. Besondere Kritik erntet Sea Shepherd immer wieder wegen Buttersäure-Würfen, durch die es mehrmals zu Verletzungen kam. Auch im Rahmen der aktuellen Kampagne "No Compromise" sollen wieder Flaschen mit Buttersäure auf die Besatzungen der Walfangschiffe geworfen worden sein. Beantwortet wird das von Walfänger-Seite mit Wasserkanonen, angeblich aber auch mit dem Einsatz von Reizgas.

Dem Statement der japanischen Fischereibehörde zufolge handelt es sich um eine zeitweilige Einstellung des Walfangs, der wieder aufgenommen werden soll, wenn die Sicherheitslage das erlaube. Wenige Wochen vor Ende der Walfangsaison gilt es nun aber als sehr unwahrscheinlich, dass es in diesem Jahr noch dazu kommt. Nach Informationen von Greenpeace steht der Walfang auch in Japan selbst unter zunehmender Kritik: Abnehmende Nachfrage nach Walfleisch hätte zu erheblichen Lager-Überkapazitäten geführt. Schon diese Lagerkosten sorgten für Unmut, dazu käme nun die Rechnung für die gescheiterte Fangsaison 2011.

Der Druck auf Japan, den Walfang einzustellen, wird in den nächsten Monaten noch wachsen. Ab Mai verhandelt der Internationale Gerichtshof in Den Haag über eine Klage Australiens gegen Japan. Der Vorwurf: Japan unterlaufe mit seinem angeblich wissenschaftlich motivierten Walfang das seit 1986 geltende Moratorium gegen die kommerzielle Tötung von Walen, das Fleisch aber lande im Handel. Im Rahmen des seit 23 Jahren laufenden angeblichen Forschungsprogramms wurden bisher rund 10.000 Wale in den Gewässern der Antarktis getötet.

Am Mittwoch bekräftigten die australische Regierungschefin Julia Gillard und Neuseelands Premier John Key bei Gesprächen in Wellington ihre gegenseitige Unterstützung beim Versuch, den Walfang in der Antarktis endgültig zu beenden. Mitte Dezember hatten die beiden Länder vereinbart, dass Neuseeland nicht als Mitkläger gegen Japan auftreten, sondern den Prozess durch Eingaben an das Gericht unterstützen solle. Parallel will sich Neuseeland bemühen, auf Ebene der Internationalen Walfangkonferenz ein Verbot zu erwirken. Ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs wird nicht vor 2013 erwartet.

Quelle: Spiegel-Online




MEHR INFOS ZU SEA SHEPHERD findet ihr in meinem Blog oder unter der offiziellen Seite: www.seashepherd.org

2 Kommentare:

das ist total super! :) ich finde es so toll, dass es solche organisationen gibt... hoffentlich wird der scheiß dann wirklich bald verboten!
 
Ein toller liebevoller Kanal. Macht weiter so.
Herzliche Grüße von einen Tierschützer aus Österreich.
 

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