SkaⓋoluzzer

"Save the Earth, it's the only planet with Chocolate!"

Montag, 2. April 2012

Tier(sch)nutzverein "Tierisch Grenzenlos e.V."

 Ich hatte bereits vor 2 Wochen über den Verein "Tierisch Grenzenlos e.V." berichtet. Ausschlaggebend war deren Werbung fürs Vereinsfest auf welchen mitunter Tierbabies (Ferkelchen) am Spieß angeboten werden sollten. Für diese Inkonsequenz hagelte es im Facebook umgehend massenhaft Kritik - die darauffolgende Reaktion der sogenannten "Tierschützer" vom Verein, war die Stilllegung ihrer Facebookseite.

GESTERN war es dann soweit, die Vereinsfeier fand, MIT Tierkinderleiche und Ignoranz, statt.

Es folgen eine Menge Eindrück und Informationen und zwar aus gleich von 3 Quellen - vielen Dank an dieser Stelle für die Verfasser der Texte.
Besonders traurig empfand ich die Art und Weise wie "Tierisch Grenzenlos e.V." auf die Infostände reagiert hat (Beleidigungen etc.) - man kann nicht Tierschutz und zivilisierte Gespräche fordern, wenn man sich selbst nicht dran hält.
Desweiteren (ganz unten) wurde womöglich ein kleiner Skandal aufgedeckt in Bezug auf das verwendete Fleisch und deren Auszeichnung (Jedenfalls stimmten die Angaben von "Tierisch Grenzenlos" offensichtlich nicht).

Da ich leider nicht vor Ort sein konnte (Ich war bei der 24-Stunden-Mahnwache in Rheda-Wiedenbrück) bin ich umso erfreuter erfahren zu haben, dass Tierrechtler vor Ort waren um Aufzuklärung zu betreiben.

Eine von ihnen "Laura Fisch" welche folgendes dazu geschrieben hat:
"... hier eine kurze Zusammenfassung von mir und das wichtigste zuerst:

Es wurden Tiere serviert, deren armseliger Tod nicht verhindert werden konnte. Einsehen gab es in der Hinsicht, dass doch zwei vegane Hauptgerichte serviert wurden (Reispfanne und Chili con Soja, letzteres habe ich probiert und es war gut) und ein vegetarisches. Das Spanferkel wurde als sog. Rollbraten getarnt, vermutlich, um die Leute nicht abzuschrecken. Auf die Kuchen habe ich nicht geachtet, vll weiß jmd., ob auch tierfreie darunter waren?? Es wurde betont, dass nur Neulandfleisch angeboten wird. Laut Recherche von die Tierfreunde e. V. bietet die angegebene Metzgerei allerdings keine Neulandschweine an, sondern nur Vögel und Rinder. Entweder kommt das Fleisch (Rollbraten, Leberkäse, Wurst) hoffentlich woanders her oder die Besucher und vielleicht Tierisch Grenzenlos selbst wurden traurigerweise betrogen.

Vor Ort waren zwei aufklärende Stände. In der Veranstaltungshalle selbst - wo es übrigens jede Menge Haustierzubehör und Vorträge gab - durfte die Bamberger Regionalgruppe vom VEBU einen aufbauen. Zwei Mitglieder und Hund Odin betreuten diesen Stand, auf dem viele Broschüren und Flyer lagen, sprachen mit Interessierten und verkauften vegane Kochbücher und Buttons. Vor dem Stand stand auf einem Banner, wen wir essen und wen wir streicheln würden zusammen mit einem Hunde- u. Schweinebild. Etwas später kamen Jürgen Dicker und Marc Hohrath dazu. Einige Mitglieder vom VEBU haben Kontakt zu Tierisch Grenzenlos, sodass das vielleicht ein guter Anfang war, gemeinsam wichtige Arbeit für den Tierschutz zu leisten.

Draußen auf öffentlichem Grund hatte die Regionalgruppe Mittelfranken/Nürnberg von die Tierfreunde e. V. einen Proteststand mit vier Mitgliedern. Unterstützt wurden sie von 3 Mitgliedern der Erlanger Ortsgruppe des VEBU. Ich war vor- u. nachmittags draußen, mittags auch mal drinnen. Hier wurde ein deutlich sichtbares Banner aufgehängt, dass wir Tiere achten und nicht schlachten sollen. Auf dem Stand lag ebenfalls Infomaterial aus. Zur Kostprobe wurden u. a. ein gut gelungener veganer Eiersalat angeboten und Spacebar-Hanfwürste. Die ankommenden Besucher wurden auch auf dem Gehweg direkt angesprochen.

Es gab Gespräche mit Leuten, die selber kein Fleisch essen und auch mit welchen, die sich noch gar nicht dem Zusammenhang zwischem dem Teller und Tierschutz bewusst waren, aber nicht abweisend wurden, sondern interessiert waren. Außer anerkennenden Worten gab es auch die krassen Gegenteile, die darauf pochten, dass jeder selber entscheiden muss und die nicht wirklich darauf eingehen konnten, warum man Hunde aus Spanien rettet, für sich selber jedoch Schweine opfert. Worte des Bedauerns über die Hunde, die im chinesischen Raum und teilweise in Europa gegessen werden, gab es nicht, dies wurde einfach ohne Widerspruch von den Hundeschützern akzeptiert. Ein Mädchen wollte absolut nicht erfahren, woher ihr Hühnerfleisch kommt, aber "hauptsache ihnen ging es einigermaßen gut". Jmd. anderes will sich sein Fleisch zum Bier nicht nehmen lassen. Dabei gibt es doch inzwischen kräftige Sojabratwürste, pflanzliches Schmalz und Hefebrotaufstriche. Andere Leute wiederum bewundern solche, die ohne Tierprodukte auskommen, glauben aber nicht, dass sie das selber schaffen können.

Bewusstsein, dass man ALLE Tiere gut behandeln und schützen muss, haben der VEBU und die Tierfreunde e. V. sicher bei anderen Leuten geschaffen, zwar mehr auf Hunde fixiert auch Tierisch Grenzenlos, deren Fest sehr gut besucht wurde. Ich hoffe, dass sie zukünftig das makabere Anbieten von Fleisch auf Tierschutzfesten zugunsten der zu vermittelnden Hunde und Katzen unterlassen und deswegen keiner mehr dagegen protestieren muss. Bei vielen, ob mit oder ohne Verein und egal mit welcher Sichtweise, hat das ganze Thema ein ungutes Gefühl bis hin zu schlaflosen Nächten ausgelöst."

Weitere "Erfahrungsberichte":

 VEBU-Regionalgruppe Bamberg (Verfasser des Textes: Jürgen Dicker) Quelle-FB:
"Die 1.Bamberger Hunderunde war heute ein gelungenes Fest mit viel Zuspruch aus der Bevölkerung. Wir durften im Hotel einen Stand mit Info-Material, Plakatständern und Bannern ausstatten der von Matthias und Natalie betreut wurde und auch großes Interesse fand. Insbesondere vegane Kochbücher fanden schnell reisenden Absatz, ich konnte gerade noch eines für mich sicherstellen. Die angebotenen vegetarischen und veganen Speisen wurden gut angenommen und so futterten wir sieben Veggis uns quer durch die Speisekarte zugunsten der Vereinskasse und der notleidenden Tiere. Auch die Tierfreunde des Vereins "Tierfreunde Mittelfranken e.V." vor dem Hotel haben das Interesse der zahlreichen Besucher geweckt. Es freut mich, dass letztlich alle beteiligten Vereine zugunsten der Tiere an einem Strang gezogen haben und in Bamberg für den Tierschutz ein großer Erfolg verbucht wurde."
Die Tierfreunde e.V. Regionalgruppe Mittelfranken/Nürnberg (Verfasser des Textes: Bertel) Quelle
Teil 1:
"Die Regionalgruppe Mittelfranken / Nürnberg der "die Tierfreunde e.V." hat wie bekannt zum Anlass der "Tier(sch)nutzveranstaltung" der Bamberger Hundefreunde "tierisch grenzenlos" eine Kundgebung mit Mahnwache und veganem Imbiss durchgeführt. Beteiligt waren durchgehend 4 Mitglieder von "die Tierfreunde e.V." sowie 3 Mitglieder der Erlanger OG des VEBU sowie einer unabhängigen Aktivistin, die über die Facebookdiskussion hergefunden hat, was mich schon fast verwunderte, da ich dachte dort würde ausschließlich heiße Luft produziert. Jedenfalls war von "militanten" Tierrechtlern weit und breit nichts zu sehen.

Für einige Zeit solidarisch angeschlossen haben sich zwei ehrenamtlich beim Bamberger Tierheim helfende Menschen sowie spontan einige Besucherinnen und Besucher des Festes, teils mit ihren Hunden.

Neben unserer Kundgebung gab es noch einen vereinsunabhängigen Infostand in der Halle von zwei Privatpersonen, die Kontakte zu "tierisch grenzenlos" haben und die wir auch mit etwas Infomaterial versorgen konnten. Leider konnte ich den Stand selbst nicht besuchen, da mir das Betreten des Veranstaltungsgeländes vom Verein "tierisch grenzenlos" verboten wurde.

Offiziell wurden wir von einem Medienvertreter des "Fränkischen Tag" besucht. Vom Verein "tierisch grenzenlos" wurde kein Gespräch mit uns gesucht, dessen Gesprächsbereitschaft beschränkte sich auf Beleidigungen und Provokationen.

Die Kundgebung war auf der gegenüberliegende Straßenseite der Veranstaltung genehmigt, sowie auch zum Flyern der Zugänge zu den Hallen, jedoch auf öffentlichen Grund beschränkt.

Die Polizei war durchgehend in Sichtnähe, wofür wir uns nochmals ausdrücklich bedanken wollen, so blieb es von Seiten des Vereines "tierisch grenzenlos" bei vereinzelten Beleidigungen und kleineren Provokationen im Bereich von Ordnungswidrigkeiten, es wurden jedoch keine Straftaten verübt. Die netteste Beleidigung eines tierisch grenzlosen war, dass wir alles Idioten seien und den armen Tieren das Essen wegfressen würden. Ein anderer sehr honoratioriger tierisch grenzenloser und seine tupierte Begleiterin, beide betagteren Alters, parkte mit seinem massiven SUV im Halteverbot vor unserem zugewiesenen Kundgebungsplatz. Auf den Hinweis, im Halteverbot zu stehen reagierte er desinteressiert und darauf, dass er dadurch die Kundgebung stören würde damit, dass er gerade erst recht stehen bleiben würde, wenn er uns dadurch irgendwie schaden könne. Wir verzichteten darauf die Polizei einzuschalten und zogen einfach ein paar Meter weiter.

Der Verein "tierisch grenzenlos" hatte einige Sicherheitskräfte engagiert, welche sich bei allen unseren (angemeldeten und genehmigten) Aktionen bei der Polizei beschwerten, die jedoch sehr ruhig und gelassen blieb und auf unsere Grundrechte verwies, was dem Verein sichtlich mißfiel. Ferner wurden wir ständig von der gegenüberliegenden Straßenseite vom Privatgrund her fotografiert, dann haben die sich aufgeführt, als sie einmal beim Fotografieren fotografiert wurden.

Die Reaktionen des angesprochenen Publikums waren geteilt. Ein Teil wollte einfach nichts wissen, ein Teil beschimpfte uns. Nach einigen Jahren veganen Lebens entwickelt man jedoch eine Hornhaut gegenüber den dummen Sprüchen agressiver, militanter Fleischesser, so dass so etwas überhaupt nicht mehr tangiert oder die Laune irgendwie verschlechtern kann. Daneben gab es jedoch auch viele Besucher, welche es genauso unpassend fanden, dass bei dem Fest eines sogenannten "Tierschutzvereines" geschlachtete Tiere zum Essen angeboten werden und unsere Aktion ausdrücklich lobten. Etliche Besucher, die sich selbst als Tierschützer sahen, auch einige, die in dem Verein Mitglieder waren oder die zumindest dem Verein nahestanden, waren konsequenterweise selbst Vegetarier und haben sich bei uns über veganer Ernährung informiert, sehr aufgeschlossen, einige sehr froh Antworten auf ihre Fragen zu bekommen oder durch unsere Informationen eine kleine Bestärkung in ihren Bemühungen zu einem tierleidfreien Leben zu bekommen.

Was mich sehr gefreut hat war, dass einige Besucher, nur darauf angesprochen, dass Tierschutz auf dem Teller anfängt, von sich aus feststellten, dass es eigentlich falsch sei so willkürlich eine Grenze zwischen Schutz- und Nutztier zu ziehen. Oder auch feststellten selbst Fleisch zu essen, jedoch eigentlich mit einem schlechten Gefühl und einem schlechten Gewissen. So haben wir doch einige, im Verhältnis zu den üblichen Infoständen sehr viele Menschen zum Nachdenken, zum Überdenken des Konsumverhaltens bringen können und damit war die Aktion sehr erfolgreich.

Nebenbei war das Wetter toll, die Sonne lachte und wir hatten einen gemütlichen Tag und haben fast dauernd gegessen! Die positiven Gespräche und die angenehme Atmosphäre ließen uns die dümmlichen Provokationen einiger weniger vergessen."
Die Tierfreunde e.V. Regionalgruppe Mittelfranken/Nürnberg (Verfasser des Textes: Bertel) Quelle
Teil 2:
"Zum Verkauf der toten Tiere auf dem Fest des "Tier(sch)nutzvereines" "tierisch grenzenlos" folgende interessante Kleinigkeit:
Auf der HP schreibt der Verein:

Kulinarische Genüsse zur Sinnes-Erweiterung mit Verantwortung.

[...] Für Vegetarier wird es eine Gemüselasagne und für Fleischesser Spanferkelrollbraten und Bratwürste aus besonders artgerechter und umweltschonender Tierhaltung – mit NEULAND-Siegel von der Metzgerei Schäfer aus Zirndorf – geben. „Diese artgerechte Herkunft war uns als Tierschützer besonders wichtig, auch wollen wir das Siegel mit unserem Fest bekannter machen" so Oliver Tag. [...]
Das NEULAND-Siegel. Was ist das?

Aufgrund der Unterstützung und Kontrolle durch den Deutschen Tierschutzbund (DTSchB) bietet NEULAND als einziges Qualitätsfleisch-Programm bundesweit eine hohe Glaubwürdigkeit. Jeder neue Betrieb wird vor der Anerkennung von Tierärzten des DTSchB besucht.

Alle Tiere werden nach den strengen Neuland-Richtlinien artgerecht gehalten. Sie haben Auslauf ins Freie, liegen auf Stroh, bekommen nur einheimische, gentechnisch nicht veränderte Futtermittel zu fressen und haben viel Tageslicht im Stall.

Wegen der strengen Anforderungen an die Tierhaltung ist NEULAND bundesweit das einzige Programm, welches sich mit Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als "besonders artgerecht" bezeichnen und bewerben darf

Auf der HP der Metzgerei Schäfer aus Zirndorf ist zu lesen, dass sie Neuland Geflügel und Rindfleisch im Angebot hat, von Schweinefleisch steht da nichts. Ich wollte es ganz genau wissen und habe bei der Metzgerei Schäfer angerufen und es wurde mir bestätigt, dass das Schweinefleisch definitiv nicht mit Neuland-Siegel sei (man konnte mir auch keine Quelle für Neuland-zertifiziertes Schweinefleisch nennen), sondern lediglich garantiert ohne gentechnisch veränderten Futtermitteln produziert. Anders ist es auch auf der Seite der Metzgerei nicht zu ersehen:
www.metzgereischaefer.de/erzeugnisse/schwein.html
dort steht:

Wir nehmen gezielt Einfluss auf die Fütterung der Mastschweine.
Unsere Schweine werden ab 20 kg Lebendgewicht mit gentechnisch
unveränderten Futterpflanzen, heimischen Eiweißträgern
wie Erbsen, Rapskuchen, Kartoffeleiweiß und zertifiziert
gentechnikfreiem Soja ernährt.
Unsere zuliefernden Landwirte haben sich verpflichtet, in ihren
Betrieben weder gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen
noch in der Schweinemast einzusetzen.

Der Link zum Betrieb (mit Bildern des Stalls):
www.krautostheim.de/schweinezucht.htm
wie es aussieht nicht "bio"- zertifiziert, (was auch seitens der Metzgerei und des Betriebes nirgends behauptet wird)

Damit hat der Verein "tierisch grenzenlos" meines Erachtens ganz klar Verbrauchertäuschung betrieben, einen Etikettenschwindel, um sich als "ethisch verantwortlich bli-bla-blubb" darzustellen und dabei nur konventionelle Ware verkauft. Für mich schlicht und ergreifend billiger Betrug.""

Abschließend wollte ich nochmal betonen, dass ich bis heute auf meine, wohlgemerkt freundlich, verfassten Mails an "Tierisch Grenzenlos e.V." vergeblich auf eine Antwort warte...,

...allerdings zeigt mir das an den Tag gelegte Verhalten der Verantwortlichen, dass eine zivilisierte und vor allem IM INTERESSE DER TIERE, geführte Diskussion nicht möglich ist. Ich hoffe das die gestrige Aktion den ein oder andere Befürworter die Augen geöffnet hat und man die vorgehendsweise bei evtl. kommenden Festen nochmal durchdenkt.

VIELEN DANK an ALLE die gestern vor Ort waren um friedliche Aufklärung zu betreiben.

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